51 - das erregende

Die aktuelle Interpretation finden Sie hier: http://www.no2do.com/hexagramme/788788.htm

Jeder Neuanfang ist zugleich Abschied, von Altem, von Wohlvertrauten.
Aufbrechen, "der Donner", ist der jüngste Sohn der Entschlossenheit. Hier wird mit einem Paukenschlag die Welt neu geschaffen. Kein Stein bleibt auf dem anderen.
Es ist ein Gefühl des Keimens, voll jugendlichem Elan und mit überschäumender Energie bahnt sich das Neue seinen Weg hinaus in die Welt, in ein neues, selbst bestimmtes Leben. Es fallen Späne, ja: die Bewegung ist getragen von jugendlichem Enthusiasmus und einem noch unverletzten Allmachtsglauben.
Doch manchmal gibt es auch Momente der Stille. Dann schleichen sich andere, verzagte Gefühle heran. Jede Veränderung löst tief sitzende Ängste aus, jeder Neuanfang ist zugleich Abschied. An der Oberfläche spürt man die Angst vor dem Neuen, dem Unbekannten. Doch tatsächlich ist es oft die Furcht davor, wahrhaftig man selbst zu sein.
Mut und Demut sind jetzt gefordert. Mut, um sich der Furcht zu stellen, Demut, um die Lektionen anzunehmen, die das Leben für einen bereithält. Aber, wie es im traditionellen Text heißt, "das Erschüttern bringt Gelingen": sich seiner Angst zu stellen führt zur Quelle der eigenen Kraft.

05.03.10: Ich stelle Frage wegen einem Projekt, an dem ich mich beteiligen möchte. Wie ist die Situation, was motiviert, was nervt mich, was passiert, wenn ich mich weiter engagiere?
Zeichen 51, der Aufbruch. Die Entscheidung ist also gefallen, aber wie weit reicht der Atem meines Engagements? Ist es ein Strohfeuer?
Die innere Regung zeigt: Abgrenzung vor fremden Einflüssen. Welche sind das hier? Ist meine Motivation wirklich meine - oder bin ich irgendwelcher Polit-Propaganda auf den Leim gegangen (hier: Nahrungsmittelknappheit)?
Das innere Kernzeichen (äußere Antwort) zeigt, dass die Umwelt mit Umgestaltung reagiert. Das heißt wohl, wenn alles "richtig" läuft, sollte man auch relativ schnell Zeichen der Veränderung sehen. Aufbruch bedeutet also nicht, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen
Vielleicht ist das ein guter Indikator: Man startet eine Initiative, und nach relativ kurzer Zeit müsste es eine Resonanz geben. Wenn die ausbleibt, sollte man sein Engagement vielleicht nochmal hinterfragen: Will ich das wirklich, oder ist es ein Rohrkrepierer? (Rohrkrepierer gibt es auch und sie sind legitim!)

30.07.09: Die Option der Veränderung löst tiefsitzende Ängste aus: Furcht davor, sich dem zu stellen, was IN einem ist.
Beides ist jetzt gefordert: MUT und DEMUT um die Lektion anzunehmen.
Sich der Furcht zu stellen, bringt schließlich Segen, denn wo die Angst ist, ist auch die Kraft.