05 - das warten

Die aktuelle Interpretation finden Sie hier: http://www.no2do.com/hexagramme/777878.htm

Dezember 2010: Hitze aus der aktuellen Situation nehmen - damit das Feuer umso länger brennt.
Feuer (Quelle) und Wasser (Route) - eigentlich sind das Gegensätze, die sich nur sehr schwer miteinander in Einklang bringen lassen. Gelingt es aber doch, dann bereichern sich die beiden ungemein.
Der Ausgangspunkt ist eine Situation voller Tatendrang, Leidenschaft und Ausdruckswillen - vielleicht eine Beziehung oder ein Projekt, für das man brennt und dem man sich mit Haut und Haaren - und allen zur Verfügung stehenden Mitteln - verschrieben hat. Zunächst ist das einmal ein wunderbares Gefühl, doch bei allem Enthusiasmus: es besteht die ganz reale Gefahr, dass man sich zu sehr involviert und im eigenen Feuer verbrennt. Oder dass die good vibrations ganz plötzlich zum rücksichtslosen Egotrip werden.
Wasser liefert hier einen sehr hilfreichen Ansatz, denn es steht für Rückverbindung zum eigenen Urgrund, zur den eigenen Wurzeln, zur eigenen Intuition und gibt dem Feuer auf diese Weise einen Bezugsrahmen.
Der erste Schritt auf diesem Weg wäre also, die Energie zunächst ein bisschen herunterzufahren und sich der Umgebung und ihren Menschen wieder zu öffnen. Was oder wer umgibt mich, mit wem habe ich es tatsächlich zu tun - und welche Impulse erhalte ich aus meiner Umgebung?
In einem zweiten Schritt folgt dann eine genaue Unterscheidung: was von alle dem dient wirklich meinem Ziel - und was schmeichelt lediglich meinem Ego? Welcher Einsatz ist wirklich nötig und realistisch - und wo beute ich mich selbst aus?
Letztendlich bewirken diese Überlegungen, die Hitze aus der aktuellen Situation zu nehmen. Vielleicht brennt das Feuer dann nicht mehr ganz so hell - aber ganz sicher wird es auf diese Weise länger brennen!

25.07.09: Höre gerade Nina Simone. Sehnsucht und Einsamkeit, das Warten auf den Liebhaber, der auf sich warten lässt.
Warten ist offensichtlich ein weltweites, die Kulturen übergreifendes Phänomen: "Ich fühle mich traurig. Mein/e Liebhaber/in soll zur mir zurückkehren. Ich brauche ihn/sie." Tausendmal kolportiert, in Märchen, Filmen, Liedern. Es ist normal, fast schon erstrebenswert (weil: "welcom in the club!"), so zu fühlen.
Warten wird kulturell als Leiden, eine art Leerlauf erfahren. Ganz klar ein nicht-bei-sich-sein, denn in Gedanken und Gefühlen ist man ja bei dem Partner, der abwesend ist: er/sie bekommt meine Energie.
Sinnvoll wäre deswegen:
  1. wieder bei sich selbst sein und
  2. aufmerksam sein, was in der eigenen Umgebung passiert.

22.07.09: Warten auf den idealen Augenblick. Warten auf die günstige Lücke. Warten, auf den optimalen Moment, um einzugreifen. Obwohl die Welt alles andere als still steht.
Wie eine Katze auf der Lauer.